Einsatzfelder zur Progressiven Muskelrelaxation

Die Progressive Muskelentspannung wird fachlich korrekt als Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Edmund Jacobson bezeichnet, bekannt ist dieses Verfahren auch unter dem Namen Progressive Muskelentspannung (PME). Diese Bezeichnung lässt bereits erkennen, dass es sich hierbei um ein Verfahren der fortschreitenden (progressiven) Muskelentspannung (Muskelrelaxation) handelt.

 

Ausgangspunkt der PMR ist die Willkürmuskulatur. Damit sind jene Muskeln gemeint, die willentlich beeinflusst und gesteuert werden können. Wichtige Muskelgruppen sind in diesem Zusammenhang demnach beispielsweise Hände und Arme, Gesicht, Nacken und Schultern, Brust und Bauch oder auch die Beine. Eben diese Muskelgruppen gilt es in der PMR nacheinander abwechselnd anzuspannen (ca. 5-10 Sekunden) und zu entspannen (ca. 30-60 Sekunden). Die dabei auftretenden Wahrnehmungen werden bewusst nachgespürt und führen auf diese Weise zu intensiver Entspannung. Gleichzeitig erfordert es jedoch eine gewisse Konzentration, um die entstehenden Wahrnehmungen registrieren und nachspüren zu können.

 

Durch die Progressive Muskelentspannung können folgende Effekte erreicht werden:

 

Ruhe und Gelassenheit sind zentrale Anliegen der PME. Der Fokus liegt daher auf der Vermeidung unnötiger Spannungen und der Verringerung des Eigenenergieverbrauchs, allerdings ohne angestrebte Ziele aufgeben zu müssen.

  • Allgemeine Gesundheitsprävention
  • Entspannung als Ausgleich bei übermäßiger körperlicher und seelischer Spannung
  • Förderung von Gelassenheit
  • Verbesserung der körperlichen und seelische Selbstregulation
  • Beruhigung der Atmung bzw. verringerte Atemfrequenz
  • Entlastung des Herzens
  • Ausrichtung der Aufmerksamkeit (Achtsamkeit) nach innen
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Gesunde Balance von An- und Entspannung
  • Behandlung von Krankheiten und Störungen
  • Förderung von Selbststeuerungsfähigkeiten
  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • Sensibilisierung für körperliche Vorgänge, Körpersignale und körperliche Empfindungen
  • Bewältigung von Stress
  • Verbesserung der Innenschau

 

Die Entspannung der willkürlichen Muskulatur bewirkt jedoch auch Veränderungen in unserem vegetativen Nervensystem und nimmt damit ebenso Einfluss auf jenen Teil unseres Körpers, denn wir nicht willentlich steuern können.

  • Verändert sich auch nur ein Teil, verändert sich das Ganze!

Die Progressive Muskelentspannung wird bei Beschwerden körperlicher, psychischer und psychosomatischer Art angewendet.

 

Bei psychischen Problemen:

  • Angst (Phobien, Panik, Angststörungen)
  • Zwang
  • Depressionen
  • Essstörungen
  • Abhängigkeiten (Nikotin…)

Bei körperlichen Problemen:

  • Schmerzen des Bewegungsapparates
  • Migräne
  • Spannungskopfschmerzen
  • Kreislauferkrankungen
  • Magen- und Darmproblemen
  • Schlafstörungen
  • Atemerkrankungen (Asthma, Bronchitis)
  • Bluthochdruck
  • Hautprobleme (Neurodermitis)

 

Weitere Indikationen:

  • Diabetes
  • Dysmenorrhoe (Menstruationsbeschwerden)
  • Koronarer Herzinfarkt
  • Asthma
  • Tinnitus
  • Reizdarmbeschwerden
  • Muskelspasmen und –krämpfe
  • Krebserkrankungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Stress und Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Erschöpfungszustände
  • Überforderung
  • Nervosität

 

Die Progressive Muskelentspannung ist allerdings kein Allheilmittel und in den im Anschluss aufgeführten Fällen ungeeignet.

 

Kontraindikationen:

 

  • Bei kleinen Kindern, die sich noch nicht konzentrieren können
  • Bei dementen Menschen
  • Bei Menschen mit schwieriger geistiger Behinderung
  • Bei Menschen mit erheblich eingeschränkten Lernmöglichkeiten
  • Bei akuten Psychosen (z. B. schweren Depressionen)
  • Bei Bewegungsunfähigkeit (z. B. Lähmungen)
  • Bei akuten Entzündungen, Erkältungen, Bronchitis
  • Bei Atemproblemen

 

 

Zur Person Edmund Jacobson

Entwickelt wurde die PMR von Edmund Jacobson (1888-1983), einem schwedischen Arzt und Internisten, der in Chicago und New York praktizierte.  Ferner oblag ihm ab 1918 die Leitung eines Institutes für klinische Physiologie.

Die Ergebnisse seiner Forschung zur PMR an der Harvard Universität, die er bereits 1908 aufgenommen hatte, konnte er schließlich 1929 veröffentlichen. Die entsprechenden Untersuchungen beschäftigten sich mit dem Zusammenhang von Angst und muskulärer Spannung. Flugkadetten, welche eine Neigung zu ängstlichen Nervenzusammenbrüchen aufwiesen, dienten ihm hierbei als Probanden. Anhand elektronischer Registrierungsgeräte gelang es Edmund Jacobson schließlich Entspannungsmethoden zu entwickeln.

Edmund Jacobson betrachtet die PMR als ganzheitliche Entspannungsmethode und berücksichtigt daher Körper, Geist und Seele als Einheit. Außerdem war es ihm ein Anliegen, dass die PMR universell angewendet und auch mit weiteren Methoden der Psychotherapie kombiniert werden kann. So eignet sich die PMR beispielsweise besonders gut zur Angstbewältigung, da Angst und Entspannung nicht gleichzeitig auftreten können und damit inkompatibel sind.

 

 

Wichtig! Die Progressive Muskelrelaxation ersetzt keinen Arztbesuch

 

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