Was ist Coaching?

Prozess zum ErfolgCoaching– für viele ein durchaus bekannter Begriff, hinter dem sich allerdings mittlerweile unzählige kaum auseinander zu haltende Angebote, Leistungen und – teilweise selbsternannte-Fachleute verbergen. Dem Geneigten und Interessierten wird eine klare Erkenntnis, was er im Falle eines Coachings erwarten darf, erschwert. Was ist also Coaching und was ist es nicht? Was macht einen Coach aus? Ist das sinnvoll und hilfreich für mich und meine Situation? Und wie finde ich „meinen „ Coach?

 

Coaching ist wie Kutsche fahren

 

„Coaching“ meint damit Begleitung eines Menschen auf seinem Weg von A nach B. Auf dem Kutscherbock bestimmt der Klient auch „Coachee“ genannt, das Ziel seiner Reise, unterstützt von zielgerechten Fragen und Interventionen aus dem Methodenkoffer des Coaches, der ihm dabei hilft, den richtigen Weg zu die Hilfe des Coaches finden und das Ziel zu erreichen.

 

Ist Coaching ein Allheilmittel?

 

Coaching ist aus den USA kommend auch in Deutschland als Instrument der Persönlichkeitsentwicklung und Lebensplanung angekommen. Nicht nur im beruflichen Kontext sondern verstärkt auch bei persönlichen und privaten Anliegen und Problemstellungen nehmen immer mehr Menschen die Hilfe eines Coaches in Anspruch, wenn es darum geht, herausfordernde Situationen zu meistern.

Die „klassischen“ Coaching-Themen sind beruflich orientiert und betreffen Zeit- und Selbstmanagement, Umsetzung von Zielen und Teilzielen, Kompetenz-, Führungs- und Delegationsthemen. Immer häufiger wird Coaching auch bei Themen hinzugezogen, die die Fragen der Work-Life-Balance, der Gesundheit, Burnout-Prävention und Fragen der allgemeinen Lebensführung berühren.

 

Coaching, Beratung oder Therapie?

 

Der Sinn eines Coachings besteht darin, dem Coachee individuelle Unterstützung und Begleitung zu gewährleisten, seine eigenen Lösungen zu entwickeln und die entsprechenden Schritte zur Umsetzung selbstständig und eigenverantwortlich bewältigen zu können. Der Coach geht dabei davon aus, dass der Klient eigentlich die beste Lösung für sein Thema in sich trägt, aber (noch) nicht selbst greifen oder formulieren kann. Coaching ist auf die Gestaltung der Zukunft ausgerichtet und arbeitet vorwiegend lösungsorientiert.

Je nach Thema und Anliegen kann sich Coaching dabei in den Grenzbereich zur Psychotherapie begeben, die mehrheitlich ursachen- und vergangenheitsorientiert arbeitet und sich auf die Behandlung psychischer Krankheitsbilder konzentriert . Die traditionelle und gängige Psychotherapie sucht nach Ursachen und Erklärungen.

Obwohl im Coaching grundsätzlich die Behandlung psychischer Störungen ausgeschlossen wird, bedient man sich gelegentlich doch Methoden, die an geeignete therapeutische Ansätze angelehnt sind.

 

Oft verwässert ist der Begriff Coaching allerdings im Zusammenhang mit anderen Beratungsformen (eigentlich „Consulting“ – ich teile dem Klienten mein Wissen, meine Ansichten oder Erfahrungen mit, gebe Ratschläge) oder im Bereich der Schulungsmaßnahme („Training“ – ich baue beim Klienten sachbezogenes Wissen, Kenntnisse und Fähigkeiten auf, das Sachthema steht also im Vordergrund).

Bleibt man im ursprünglichen Verständnis des Coachings, weiß der Coach nichts, der Coachee alles, wenn auch manchmal noch im Unbewussten. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinem Anliegen, nicht das Sachthema.

 

Textauszüge aus der Zeitschrift coach!n Nr. 01/2014 Claudia Wissemann