Panikattacken

Was genau ist eigentlich eine Panikattacke? Was für Betroffene schwer zu beschreiben ist, ist für Nicht-Betroffene ebenso schwer zu verstehen. Wir alle kennen jedoch Situationen im Leben, die uns alles abverlangen. Das kann der Tod eines geliebten Menschen sein, der Jobverlust oder eine Trennung. In solchen Situationen sind wir besonders verletzlich und verwundbar. Alles dreht sich gedanklich um das eine Thema. Der Schmerz ist allgegenwärtig und präsent. Da wir aber nicht gelernt haben damit umzugehen versuchen wir ihn wegzudrücken, uns abzulenken. Oftmals ist das gar nicht schwer, denn der Alltag fordert einen weiterhin. Der Einkauf muss gemacht werden, die Kinder müssen zur Schule, der Hund muss Gassi, ein Angehöriger gepflegt werden. Wir haben oft genügend Zeit andere Dinge vorzuschieben. Ein weiterer Punkt ist, dass wir gedanklich stetig auf der Suche nach einer Lösung für das Problem sind. Es ist ein ständiges hin und her zwischen wegdrücken und gedanklicher Beschäftigung.

Symptome von Panikattacken

Im Laufe der Zeit schaukelt sich das innerlich hoch. Und in irgendeinem Moment bricht alles über einen herein. Es fühlt sich an, als würde eine riesige Welle über einen hinweg schwappen. Es reißt einem den Boden unter den Füßen weg. Begleitet wird das ganze von körperlichen Symptomen wie Herzrasen, Zittern und Übelkeit. Betroffene spüren einen totalen Kontrollverlust, der Körper gehorcht ihnen nicht mehr. In ihrem Geist herrscht völlig Leere und der Eindruck von Stille breitet sich aus. Sie haben reale Angst zu sterben oder Angst davor, verrückt zu werden. All diese Symptome werden als lebensbedrohlich wahrgenommen. Fassen wir hier die Symptome einer Panikattacke noch einmal zusammen:

  • Verstärkter und beschleunigter Puls, Herzklopfen, Schweißausbrüche, Mundtrockenheit und Zittern (Tremor)
  • Atembeschwerden, Beklemmungsgefühl, Brustkorbschmerzen (Thorax) oder Missempfindungen, Unruhegefühl im Magen
  • Gefühl von Schwindel, Unsicherheit, Schwäche oder Benommenheit, Entfremdungsgefühle (Derealisation – Gefühl der Unwirklichkeit oder Depersonalisation – sich von der eigenen Person losgelöst fühlen)
  • Kontrollverlust, Angst verrückt zu werden, Angst zu sterben.
  • Hitzegefühle oder Kälteschauer, Gefühllosigkeit oder Kribbelgefühle

Problematisch ist neben den überaus realen Empfindungen, die jemand während einer Panikattacke wahrnimmt vor allem der Bezug zur Umgebung und die folgende Angst. Denn auch wenn der Bezug zur eigenen Person, wie in den Symptomen oben beschrieben, oft komplett fehlt beziehungsweise gestört ist, der Bezug zur Umgebung ist dagegen vollkommen da. Das bedeutet, dass viele Menschen mit einer Panikattacke den Ort des Geschehens für ihre Panikattacke (mit-) verantwortlich machen und vor diesem Angst bekommen. Im zweiten Schritt entsteht daraus ein Vermeidungsverhalten, geboren aus der Panikattacke, gefüttert mit Angst.

Agoraphobie

Dieses Vermeidungsverhalten nach Panikattacken führt in vielen Fällen zu einer Agoraphobie. Die Agoraphobie bezeichnet die Platzangst beziehungsweise Angst vor bestimmten Plätzen und Orten. Für Betroffene ist das schlimmste die Angst nach einer Panikattacke und an den Ort des Geschehens zurückzukehren. Für sie ist dieser Ort mit ihrem schlimmsten Alptraum fest im System verankert. Die Angst vor der Panik führt dazu, dass Betroffene sich abschotten, nicht mehr aus dem Haus trauen und ein normaler Alltag nicht mehr möglich ist. Daraus können weitere Probleme wie Alkohol- und Tablettensucht entstehen, nämlich dann, wenn an Panikstörung leidende sich Mut antrinken oder zuerst eine Beruhigungstablette nehmen müssen, um sich dem Alltag zu stellen. Es ist äußerst selten, dass in der Vorgeschichte von Menschen mit einer Agoraphobie keine Panikstörung vorkam.

Ursachen von Panikattacken

Wie eingangs bereits genannt können belastende Situationen und Umbrüche im Leben Ursache einer Panikstörung sein. Daneben kommen jedoch weitere Ursachen in Frage, die bei einer Behandlung in Betracht gezogen werden müssen. Dabei sollte vor der Behandlung in der Psychotherapie immer eine medizinische Behandlung beziehungsweise Untersuchung erfolgen. Körperliche Ursachen können sein: Eine Schilddrüsenfehlfunktion, Störungen im Kalziumhaushalt, Infektionskrankheiten, niedriger Blutzuckerspiegel, Hypotonie (niedriger Blutdruck) oder Schwindelanfälle. Bei all diesen körperlichen Ursachen kann es zu Kreislaufprobleme kommen, in denen sich alles dreht, ein Gefühl der Schwäche wahrgenommen wird und der Eindruck zu fallen ebenso eine Rolle spielt wie ein Kontrollverlust. Panikstörungen können daher aus völlig körperlicher, wie seelischer Gesundheit entstehen. Vor allem Menschen die ihr Leben ansonsten völlig im Griff haben und denen Kontrolle wichtig ist, leiden anschließend, da sie diesen Moment des Kontrollverlusts als Schwäche ansehen und dagegen ankämpfen. Die Angst, dass das wieder passiert, ist fortan ihr ständiger Begleiter.

Hilfe bei Panikattacken

Das Betroffene sich Hilfe suchen, wenn sie an Panikattacken leiden – ob mit oder ohne anschließende Agoraphobie – ist notwendig. Weder das eine noch das andere vergeht von alleine wieder. Das Problem ist, das ihnen dazu der Blick von außen fehlt. Sie sind gefangen in ihrem eigenen Erleben und dem, was der Kopf daraus macht. Problematisch beim Vermeidungsverhalten ist vor allem, dass Betroffene sich selbst daran hindern, neue Erfahrungen zu machen. Würden sie sich der Situation stellen würden sie merken, dass diese gar nicht gefährlich oder gar lebensbedrohlich ist. Die Angst vor einem erneuten Panikanfall hindert sie jedoch daran. Aus diesem Teufelskreis aus Angst und Panikattacken kommen sie in der Regel alleine nicht mehr heraus.

Wege aus der Panikattacke

In diesem Artikel sollen auch ein paar konkrete Tipps nicht zu kurz kommen, die dabei helfen, mit einer Panikattacke und der Angst besser klar zu kommen und diese in Zukunft zu vermeiden. Inzwischen weiß man, dass Menschen mit Panikattacken dazu neigen, bestimmten Denkmustern zu folgen. Zum einen haben sie hohe Ansprüche an sich selbst und möchten alles perfekt machen. Das verursacht Stress und dieser wiederum zu Angst. Die Frage die man sich hier stellen kann ist, ob dieser Perfektionismus einem selbst dienlich ist. Trägt er dazu bei, dass das Leben glücklich und entspannt ist? Falls die Antwort nein ist, kann man versuchen, in kleinen Schritten und langsam diesen Perfektionismus in eine entspannte Haltung zu transformieren. Wichtig ist, dass man sich hierbei keinen großen Druck macht, der sonst wiederum Stress erzeugt.
Achtsamkeit und das bewusste Wahrnehmen der eigenen Gedanken ist ein weiterer Tipp. Da Menschen mit Panikattacken dazu neigen voreilige Schlüsse zu ziehen und zu generalisieren ist es wichtig, das Denken immer wieder zu hinterfragen. Wenn beispielsweise ein strenger Blick einer anderen Person direkt dazu führt, dass man sich angesprochen fühlt könnte eine Maßnahme sein, das zu hinterfragen.

Hilfe bei aufkommender Panik können auch gewisse Atemtechniken und Entspannungsübungen sein. Da der Kontrollverlust eine große Rolle bei Panik spielt, können Menschen, die unter Angst und Panikattacken leiden die Kontrolle wiedererlangen. Im Internet finden sich zahlreiche Ratgeber und Informationen über Atemtechniken, die beruhigend wirken. Als erster Tipp sei hier vor allem eine ruhige und tiefe Bauchatmung genannt. Eine schnelle und oberflächliche Atmung kann eine Panikattacke nämlich begünstigen. Wer die ersten Symptome von Angst und Panikattacken wahrnimmt und häufig darunter leidet sollte jeden Tag mehrere Minuten Tipps wie Entspannung und Atmung in den Alltag einbauen und umsetzen. Auch Sport kann dabei helfen, generellen Stress abzubauen und den eigenen Körper wieder mehr wahrzunehmen. Hier reichen schon 20 Minuten am Tag um eine positive Änderung herbeizuführen.

Psychotherapie bei Panikattacken

Alle Informationen in diesem Artikel ersetzen nicht den hohen Wert, den ein menschlicher Ratgeber im direkten Kontakt zu geben vermag. Die Psychotherapie hat viele Wege parat, um die Symptome von Angst und Panikattacken zu lindern. Es zeugt keineswegs von Schwäche sich bei Problemen wie Angst und Panikattacken Hilfe zu holen. Die meisten Menschen tun sich schwer damit, Schwäche zuzugeben. Dabei ist es im Gegenteil ein Zeichen von Stärke für die eigenen Bedürfnisse einzugestehen und sich Hilfe in Form von Psychotherapie zu holen. Ich stehe Ihnen als kompetenter Ratgeber bei einem kostenlosen Ersttermin zur Verfügung. Wenn Sie dieser erste Angst überwinden steht einem freien und sicheren Lebensgefühl nichts mehr im Wege.

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